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Bäumchen wechsel dich oder: erst eins, dann zwei, dann drei …

Ornithologie vom

Drei Weißstörche sind einer zuviel, das gilt auch für den in Vogelkreisen sehr beliebten Schornstein in Mülverstedt. Foto: Joachim Blank

Der Weißstorch-Krimi in Mülverstedt geht in die nächste Runde. Was zunächst nach einem Kräftemessen unter zwei verschiedenen Arten aussah, ist nun ein innerartlicher Machtkampf geworden.

Am 30. März stellte sich auf dem Mülverstedter Ziegelei-Schornstein erneut ein Weißstorch ein. Zunächst hütete der Einzelvogel tagelang geduldig den Horst, baute hier ein bisschen und richtete dort ein Stöckchen. Er konnte zwar nicht vermeiden, dass in Zeiten seiner Abwesenheit die Nilgänse zu kurzen Lageinspektionen vorbeischauten, aber alles in allem blieb es ruhig. Nur ein Partner fehlte. Die Ringnummer dieses Einzelstorches verriet, dass er aus Leimbach stammt, wo er 2018 das Licht der Welt erblickte.

Am Ostermontag änderte sich die Situation schlagartig. Plötzlich tauchte statt eines erhofften Lebenspartners gleich ein ganzes Storchenpaar auf, das ohne Umschweife den Horst für sich beanspruchte.

Da sich der bisherige Inhaber um die Mühe der Horstbewachung betrogen fühlte, kam es folgerichtig im Laufe des Tages zu akrobatischen Luftgefechten, die auch nicht ohne Blessuren abliefen.

Auch einer der neuen Störche, vermutlich das Weibchen, trägt einen Ring. Die Herkunft des Vogels konnte so schnell noch nicht geklärt werden. Sicher ist dadurch aber, dass seit dem Brutversuch 2019 insgesamt bis zu 6 verschiedene Störche den Horst besucht haben könnten, denn im Vorjahr waren beide Brutvögel unberingt.

Joachim Blank

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