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Biodiversitäts-Exploratorium Hainich-Dün bekommt waldbegeisterte neue Leiterin

Pressemitteilungen vom

Dr. Anna Katharina Franke ist die neue Leiterin des Biodiversitäts-Exploratoriums Hainich-Dün in Elternzeitvertretung. Foto: Cornelia Otto-Albers

Forschung in der Heimat des Weihnachtsmannes oder im Hainich - Hauptsache im Wald

Dr. Anna Katharina Franke ist die neue Leiterin des Biodiversitäts-Exploratoriums Hainich-Dün in Elternzeitvertretung von Dr. Juliane Vogt. Das Forschungsprojekt untersucht den Einfluss von Landnutzung und Bewirtschaftungsform auf die biologische Vielfalt unserer heutigen Landschaft, auch Biodiversität genannt, aber auch die Folgen einer sich verändernden Biodiversität für die Kreisläufe des Lebens. Die Hainich-Dün Region ist dabei geprägt von ausgedehnten Buchenwäldern; alle typischen Bewirtschaftungsformen sowie auch großflächig nicht genutzte Waldflächen - im Nationalpark Hainich - kommen hier vor und bieten somit alle Voraussetzungen für das Forschungsprojekt

Der Wald hat die gebürtige Harzerin von klein auf begleitet. Nach ihrem Geographie-Studium führte Frau Dr. Franke ihre Doktorarbeit sogar in die Nadelwälder von Finnisch-Lappland am Polarkreis, ganz genau nach Rovaniemi, der Heimatort des Weihnachtsmannes.

"Nach Abschluss meiner Doktorarbeit in einem waldökologischen Forschungsbereich und als Kind einer Försterfamilie war es mir besonders wichtig, auch im Anschluss weiter mit und im Wald arbeiten zu können. Die Arbeit im Local Management Team Hainich bietet mir jeden Tag die Möglichkeit, bei verschiedenen ökologischen Forschungsprojekten hinter die Kulissen zu schauen und viele für mich neue Aufgabenfelder kennen zu lernen", so die 32-Jährige. Ihre Hauptaufgabe wird die Kommunikation mit verschiedenen Akteuren vor Ort sein, sowohl mit Forschern als auch Landnutzern. In diesem Rahmen wurde jüngst auch die neue Forschungsvereinbarung für die Phase 2020 bis 2023 mit dem Nationalpark Hainich unterzeichnet und damit die Unterstützung in der Biodiversitätsforschung und Bereitstellung von Forschungsergebnissen festgeschrieben. Ebenso gehört die Koordination der Untersuchungen auf den Flächen zur Tätigkeit der Teamleiterin. Das kann zuweilen zur Mammutaufgabe werden.

Hintergrund:

Für die Forschungsarbeit der Biodiversitäts-Exploratorien wurden drei großräumige Forschungslandschaften, sogenannte Exploratorien, gewählt. Eine liegt im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin in Brandenburg, eine weitere in und um den Nationalpark Hainich und eine dritte im Biosphärengebiet Schwäbische Alb in Baden-Württemberg. Diese drei Gebiete sind geprägt durch forst- und landwirtschaftliche Nutzung und unterscheiden sich in ihrer Landschaftsstruktur und ihren klimatischen Bedingungen. Der überwiegende Teil jeder Experimentierfläche wird weiterhin normal bewirtschaftet. Um den Einfluss der Landnutzungsintensität auf die Biodiversität erkennen zu können, finden die Untersuchungen sowohl auf intensiv genutzten als auch auf wenig bis gar nicht genutzten Flächen statt.

In allen drei Gebieten wurden jeweils 100 Untersuchungsflächen eingerichtet, 50 in Waldbeständen und 50 auf Grünlandflächen, die als Weiden, Mähweiden und Wiesen bewirtschaftet werden.

Auf 300 Untersuchungsflächen erforschen insgesamt ca. 300 Mitarbeiter aus ca. 40 Städten und ca. 50 Institutionen in derzeit 36 Projekten Aspekte biologischer Vielfalt in Wald und Grünland. Erstmals werden Forscher unterschiedlicher Fachrichtungen auf denselben Untersuchungsflächen zusammengeführt, um gemeinsame Fragestellungen zu erarbeiten. Hier arbeiten Zoologen, Botaniker, Mikrobiologen, Genetiker, Ökosystemforscher, Bodenkundler, Spezialisten für Fernerkundung, Forstwissenschaftler und Modellierer eng zusammen. Ihr Ziel ist es, ein möglichst vollständiges Bild über die funktionalen Zusammenhänge der biologischen Vielfalt zu erhalten und zukünftig auch Handlungsempfehlungen für den Erhalt der Biodiversität geben zu können.

Cornelia Otto-Albers
Pressesprecherin

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